Journal 2024

Bei der ArtKarlsruhe vom 22.-25. Februar werden Werke unseres Vereinsmitglieds Susanne Thiemann von der Galerie Yvonne Hohner Contemporary ausgestellt.

Susanne Thiemann ist auch selbst vor Ort.

Erstes FlechtTreffen West in Eupen am 28. Oktober 2023

von links: Tatjana Reichmann, Inge Lager, Pia Schmitz, Petra Ogrzewalla, Veronika Mainz, Ute Spaniol, Conny Zehle, vorne im Bild v.r.: Anna Schelnberger, Andrea Schultz-Wild

Es war schon ein lang gehegter Wunsch eine Flechtgruppe West zu etablieren. 

Am 04.09.23 war es dann so weit, als ich eine Einladung zur Bildung einer Flechtgruppe West von Veronika Mainz erhalten habe für ein Treffen am 28. Oktober in Eupen, Atelier Kunst und Bühne. Ich war sofort dabei und habe mich riesig gefreut, dass Veronika das in die Hand genommen hat. 

Das Ziel der Gruppe ist, eine lebhafte Gemeinschaft von Flechter*innen im Westen Deutschlands zu schaffen, die sich zwei Mal im Jahr trifft, um sich gegenseitig zu inspirieren, sich zu vernetzen und Hilfestellung zu bieten. In der Gruppe geht es nicht nur darum, die Kunst des Flechtens zu teilen, sondern auch darum neue Freundschaften zu knüpfen und voneinander zu lernen. 

9 begeisterte Flechterinnen haben sich auf die Reise gemacht und so manche haben einen weiten Weg auf sich genommen, um an dem Treffen teilzuhaben. Leider konnten sich nicht alle den Termin einrichten, jedoch wird es beim nächsten Treffen bestimmt funktionieren. 

Der Austausch kam nicht zu kurz - nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann schon los. Pia brachte Korkenzieherhasel mit und es musste nicht lange überlegt werden, was wir damit anstellen können. Es sind viele schöne individuelle Geflechte entstanden. Schalen, jede ist einzigartig und anders, große und kleine Körbe, Korbtasche mit Henkel aus ausrangierten Gürteln und ein asymmetrischer Korb mit Eichenhenkel.
Während des Flechtens hatte Veronika noch angeregt, doch mal zu erzählen, wie man zum Flechten gekommen ist – schöne und interessante Geschichten haben wir gehört.
Wir hatten eine tolle Zeit - es war einfach schön in geselliger Runde mit Gleichgesinnten einen kreativen Flechttag zu haben ohne Druck und Erwartungshaltung!        

Für das leibliche Wohl war auch gesorgt, jeder brachte was für das gemeinsame Mittagessen mit.

Gegen 17 Uhr machten sich die ersten Flechterinnen auf die Heimreise. Am Abend wurde noch fleißig auf Instagram gepostet und die ersten Bilder per Mail geteilt. Einen Beitrag dazu gibt es auch vom Account verein flechtwerk: https://www.instagram.com/verein.flechtwerk/?hl=de >>

Veronika: „Ein wirklich wunderschöner Flechttag liegt hinter uns. Wir haben uns gut kennenlernen können, wir haben voneinander gelernt und wurden genial inspiriert. Dies sieht man so manchen Flechtwerken echt an. Ich werde von diesem Tag noch echt lange zehren. Eine tolle Erfahrung, die sich am liebsten regelmäßig wiederholen lässt.“



Der Vorschlag zum nächsten Termin wurde auch bereits in die Runde geteilt: Samstag, 8. Juni 2024 

Wer sich der Flechtgruppe West anschließen möchte, ist gerne willkommen und kann sich bei Veronika melden. 

Ein ganz dickes Dankeschön an Veronika für die Initiative und Organisation sowie an Atelier Kunst und Bühne, die die Räumlichkeiten und Getränke bereitgestellt haben.

„Kleine Schwester“ der Regionalgruppe Nord im Wurster Weidenzentrum


Nicht alle kleinen Geschwister sind geplante Kinder. Und erblicken doch das Licht der Welt. So erging es auch einer kleinen Schwester der Regionalgruppe-Nord.

Was war geschehen?

Drei Vereinsmitglieder aus Niedersachsen bildeten im April eine Fahrgemeinschaft zu unserer Vereins-Versammlung in Mecklenburg. Unterwegs im Auto viel Zeit zum Schnacken, zum gegenseitigen Kennenlernen und Fachsimpeln…

Und da stellte sich heraus: 

einer der Drei hatte einen Tritt mit kaputter Binsenbespannung, einige Bund Binsen und ein paar Fragen

eine andere der Drei meinte einige Antworten zu kennen, hatte aber weder Binsen noch eine eigene Werkstatt

die Dritte der Drei verfügte über ungebrochene Neugier auf „neue alte“ Flechttechniken, über ein Seminarhaus mit Werkstatt und sogar über einen bröseligen Einlegesitz, der gerne erneuert werden wollte

Und als sich weiterhin herausstellte, 

dass der erste bereit war, seine Binsen zu teilen

die zweite ihr Wissen und

die dritte ihre Werkstatt und ihr Seminarhaus

na, da hatte die Geburtsstunde der kleinen Schwester geschlagen: ein sehr kleines, regional eng begrenztes und spontanes Flechter-Treffen wurde verabredet und fand vom 17.-18.07.2023 im Weidenzentrum Wurster Nordseeküste e.V. in Padingbüttel statt.


Fragen, mit denen wir uns beschäftigt haben:

    wie viel Material braucht man für einen Sitz?

    wie lange dauert eine Beflechtung?

    was würde eine Beflechtung kosten müssen?

    wie stopfen? Von oben oder von unten? Und wann? Nach und nach oder erst zum Schluss?

    welches Material eignet sich zum Polstern bzw. Stopfen?

    welche Werkzeuge werden gebraucht (z.B. zum Stopfen und Glätten)?

    wie lang müssen die Binsen wenigstens sein?

Sind folgende Längen geeignet: die Kleinen sind ca.100-120cm lang, die Längeren etwa 1,60m?

    wie ist die Vorbereitung der Binsen:

Können sie am gleichen Tag ein wenig besprengt und nach und nach verarbeitet werden?

Oder müssen sie eingeweicht werden und über Nacht durchziehen?

Blüten vorher entfernen oder nicht?

    Unterschiede bzw. Alternativen zur Binse: Palmblatt, Wasserhyazinthe, Donnerkolben, Seegras, Fertigschnur, Binsen-Imitat … wann nehme ich was und wie unterscheiden sich die Geflechte?


Hier unsere fertigen Werke:

Und hier die Moral von der Geschicht:

Es lohnt sich doch immer, zur Vereins-MV zu fahren. Ich will nicht so weit gehen, zu behaupten, dass ihr euch dann auf ungeplante Kinder freuen könnt, aber neben drögen, vereinsrechtlich notwendigen TOP’s kann dadurch  doch etwas sehr Lebendiges entstehen: 

Vernetzung, Kontakt, Erfahrungs-Austausch bzw. Wissens-Weitergabe …

UND DAZU IST UNSER VEREIN DOCH DA, ODER?                        (Christa)


Die Kunst des Binsenflechtens war früher im norddeutschen Raum sehr verbreitet. Mittlerweile beherrschen diese Technik nur noch Wenige und das Vorkommen der Binse ist sehr stark zurückgegangen. Grund dafür sind veränderte Umwelt-Bedingungen wie z.B. Überdüngung der Gewässer, Begradigung von Ufern und Ausbaggern der Fahrrinnen in Flüssen.

Echte Binse ist sehr robust, ein schönes Naturprodukt und sieht getrocknet so aus:

Und so sah einer der Hocker aus, bevor er seine Reise ins Weidenzentrum antrat:

Fotos von 

C. Martin, C. Reuter und C. Jöhlinger

Hier der Artikel als PDF >>

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